Wissenschaftlicher Hintergrund

Megunto verbindet drei gut untersuchte Lerneffekte: Wer Wissen laut ausspricht, sich aktiv abfragt und direkt Rückmeldung bekommt, behält mehr und kann es in der Prüfung auch abrufen. Ob das im echten Prüfungsalltag funktioniert, untersuchen wir gemeinsam mit der Universitätsmedizin in Magdeburg und Leipzig.

Production Effect: Laut Gesagtes bleibt hängen

Inhalte, die wir laut aussprechen, merken wir uns besser als solche, die wir nur still lesen. MacLeod und Kolleg*innen haben diesen Effekt 2010 in einer Reihe von Experimenten beschrieben, seitdem wurde er vielfach bestätigt. Beim Sprechen wird eine Information zusätzlich motorisch und akustisch verarbeitet und dadurch im Gedächtnis besser unterscheidbar.

Bei Megunto antworten Lernende deshalb immer mündlich, so wie später in der Prüfung.

Quelle: MacLeod CM, Gopie N, Hourihan KL, Neary KR, Ozubko JD. The production effect: delineation of a phenomenon. J Exp Psychol Learn Mem Cogn. 2010;36(3):671–85.

Testing Effect: Abrufen statt Wiederlesen

Wer sich selbst abfragt, lernt nachhaltiger als jemand, der denselben Stoff noch einmal liest. Roediger und Butler fassen in ihrer Übersichtsarbeit von 2011 zusammen, dass gerade das wiederholte Abrufen aus dem Gedächtnis Wissen langfristig verankert, und zwar deutlich besser als erneutes Lesen. Entscheidend ist der aktive Abruf, nicht die Wiederholung an sich.

Megunto stellt deshalb offene Fragen ohne Antwortoptionen. Die Antwort muss komplett selbst formuliert werden, Raten geht nicht.

Quelle: Roediger HL, Butler AC. The critical role of retrieval practice in long-term retention. Trends Cogn Sci. 2011;15(1):20–27.

Feedback: Wissen, wo man steht

Feedback gehört zu den wirksamsten Stellschrauben für Lernerfolg. Das zeigt eine Metaanalyse von Wisniewski, Zierer und Hattie aus dem Jahr 2020, die mehr als 400 Studien ausgewertet hat. Am meisten bringt Feedback demnach, wenn es viel Information enthält, also nicht nur richtig oder falsch meldet, sondern zeigt, was fehlt und wie es besser geht.

Megunto gleicht jede gesprochene Antwort mit der Referenzantwort und Ihrem Erwartungshorizont ab und meldet sofort zurück, was gepasst hat und wo nachgebessert werden muss, inhaltlich wie sprachlich.

Quelle: Wisniewski B, Zierer K, Hattie J. The Power of Feedback Revisited: A Meta-Analysis of Educational Feedback Research. Front Psychol. 2020;10:3087.

Megunto in der Forschung

Lerneffekte aus dem Labor sind das eine. Ob Megunto Lernenden in echten Prüfungen hilft, wird in zwei Studien aktuell untersucht.

AINS-Studie an der Universität Magdeburg

Gemeinsam mit der Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wurde Megunto in der Praxis erprobt. Seit August 2025 haben sich rund 100 Medizinstudierende im letzten Studienjahr aus ganz Deutschland damit auf die mündliche M3-Prüfung im Wahlfach Anästhesiologie vorbereitet. Befragt wurden sie vor und nach der Lernphase sowie nach der Prüfung. Ansprechpartner ist Prof. Dr. med. Robert Werdehausen.

Zur AINS-Studie

SMART-PREP an der Universität Leipzig

SMART-PREP steht für Structured Medical Active Recall Training for Preparation. Am Institut für Anatomie der Universität Leipzig bereiten sich Medizinstudierende damit im Präparierkurs auf das mündliche Rigorosum vor. Seit April 2026 untersucht die Studie mit rund 300 Studierenden in einem randomisierten Crossover-Design, ob sie mit Megunto besser lernen. Die Studienleitung liegt bei PD Sabine Löffler.

Zu SMART-PREP

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